Thorsten Köhler
Ich bin im März 1971 in Berlin geboren und meiner Heimatstadt bis heute treu geblieben. Mein Lehramtsstudium in Biologie und Französisch habe ich an den Nagel gehängt und fliege nunmehr seit 27 Jahren, zunächst 15 Jahre in Berlin, jetzt in München und bin seit 25 Jahren P1.
Neben meinem Beruf engagierte ich mich mehrfach ehrenamtlich. Sowohl innerhalb der Lufthansa (z.B. bei Wake Up!), als auch außerhalb, etwa als Telefonberater bei der Berliner Aidshilfe. Ich habe mich innerhalb der LH dafür eingesetzt, dass HIV-Positive auf Wunsch Einsatzrestriktionen für Destinationen erhalten, in denen Einreiseverbote oder Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung bestehen.
Seit sieben Jahren darf ich als Schwerbehindertenvertreter Kabine für Euch da sein. Ich habe viele Kollegen und Kolleginnen in schwierigen Lebenslagen begleitet, zugehört, unterstützt und gemeinsam Wege gefun-den.
Ergänzend zu meinem pädagogischen Studium habe ich eine Beraterausbildung bei der Deutschen Aidshilfe abgeschlossen. Auch als CRM-Moderator für Cockpit und Kabine sowie als CRM-„train-the-Trainer“-Referent konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln.
In meiner Rolle als Schwerbehindertenvertreter habe ich viele BEM-Verfahren begleitet und Kolleg:innen bei Gesprächen mit dem Medizinischen Dienst oder der Psychosozialen Beratung unterstützt. Gemeinsam konnten wir oft gute Lösungen finden. Leider wird dies zunehmend schwieriger, da Vereinbarungen einseitig verändert oder aufgehoben werden und die Bereitschaft zu echter Sozialpartnerschaft auf Seiten der Lufthansa aus meiner Sicht schwindet.
Es braucht Menschen, die dagegenhalten und diese immer wieder einfordern.
Die Schwerbehindertenvertretung hat – anders als die Personalvertretung – kein Stimmrecht in den Gremien der PV. Echte Mitbestimmung gibt es nur mit einem PV-Mandat. Mir ist wichtig, alle Perspektiven wahrzunehmen – egal ob jemand schon lange dabei ist oder gerade erst angefangen hat, ob in Teilzeit oder Vollzeit, ob mit oder ohne Kinder, ob gesund oder mit Einschränkungen.
Deshalb kandidiere ich für die PV!
Es muss weiterhin unser Ziel sein, dass alle Kolleg:innen in der Kabine ihre Arbeit ausüben können – auch wenn gesundheitliche Einschränkungen bestehen, Kinder betreut oder Angehörige gepflegt werden. Arbeit und Privatleben müssen vereinbar sein. Wir brauchen Entlastung dort, wo sie notwendig ist, ohne dass Menschen sehenden Auges in die Altersarmut geschickt werden.
Soziales Miteinander darf kein bloßes Schlagwort bleiben ,es muss solidarisch gelebt werden!
Ich setze mich weiterhin für ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld ein, in dem jede:r willkommen ist, unabhängig von Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität. Gerade jetzt ist es umso wichtiger, klar Position zu beziehen: für Vielfalt, Gleichberechtigung und Respekt.
Mir ist eines besonders wichtig: Es geht nicht um mich, sondern um Euch!
Ich freue mich über Eure Unterstützung für LISTE 2, damit ich gemeinsam mit Andreas Sitek, Katrin Hoberg und Benjamin Mauruschat Eure Anliegen vertreten kann – mit Erfahrung und einer unabhängigen Sichtweise.
